Landvogthaus
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Das Landvogthaus ist ein historischer Wohnturm in Nidfurn im Kanton Glarus, den die Besitzerfamilie als kleines Hotel führt. Die Hochzeitsseite beschreibt es als «Das alte Anwesen aus dem späten Mittelalter» und schreibt, der Turm sei «aus viel urchigem Holz und massiven Steinen erbaut».
Die Seite ist ein Text des Hauses unter dem Titel «Die perfekte Hochzeitslocation bei Glarus», unterschrieben von Armin Trinkl als Miteigentümer. Im Menü der Website stehen daneben Seiten zu Zimmern, Geschichte, Speiseräumen und Erlebnis, und die Fusszeile hält fest: «Geöffnet das ganze Jahr». Das Haus ist klein, und das ist sein Programm. Gleich im ersten Absatz steht: «Von kleinen Vermählungsanlässen bis hin zu grösseren Festlichkeiten von rund 40 Personen ist alles möglich.» Wer hier heiratet, feiert im engeren Kreis, in alten Räumen und mit Gastgebern, die das Fest selbst betreuen.
Wie eine Hochzeit hier abläuft
Am Anfang steht ein Besuch. «Ein Besuch vor Ort für eine erste Besprechung der zukünftigen Eheleute steht ganz zu Beginn», schreibt das Haus. Dabei sucht das Paar den Raum für die Zeremonie aus. Die Seite nennt drei Orte: die Kapelle des Anwesens, einen «riesigen Gang aus der Renaissance» und den Platz «unter den alten Bäumen im weitläufigen Garten». Von Beginn an betreuen die Besitzer das Paar persönlich, um im Gespräch herauszufinden, wie es sich den Ablauf des Tages vorstellt. Am Schluss der Seite steht noch einmal: «Der genaue Ablauf eines bezüglichen Anlasses wird im Vorfeld zwischen Brautpaar und Besitzerfamilie detailliert abgesteckt.»
Zur Trauung selbst macht die Seite eine Angabe, die man bei Hotels selten liest. Sie schreibt, im Kanton Glarus gebe es «bloss ganz wenige Einrichtungen, in denen standesamtlich Vermählungen durchgeführt werden», und die Gemeinden hätten dafür eine Grundpauschale von Fr. 150 festgelegt, «unabhängig davon, wo die Zeremonie stattfindet». Weiter heisst es: «Im Preis inbegriffen ist lediglich der Akt der Trauung.» Ausdrücklich als einen dieser Orte bezeichnet sich das Landvogthaus auf der Seite nicht, das ist eine Frage für das Erstgespräch.
Nach der Zeremonie folgt je nach Wunsch ein Apéro oder ein Essen. Die Seite ist hier genau, was die Grösse angeht: «Eingehende Abend- oder Mittagessen sind im Haus von der Logistik her für rund 20 Personen möglich. Bei einer grösseren Gästeanzahl von rund 20 bis 40 Personen kann gerne ein Apéro riche gereicht werden.» Ein gesetztes Essen gibt es also für bis zu rund 20 Gäste, darüber wird ein Apéro riche serviert. Draussen gibt es mehr Raum: «Der grosse Garten am Haus bietet viel Platz für die geladenen Gäste.» Im Innern finde das Paar «die passenden Räumlichkeiten für die ganz persönliche Feier». Was bei Regen mit einer Zeremonie im Garten geschieht, sagt die Seite nicht, sie nennt aber mit Kapelle und Renaissance-Gang zwei Orte im Haus.
Die Küche ist die des Hauses. Es gibt hausgemachte Häppchen, «nach Wahl mit frischem Gemüse verfeinert, mit Käse aus der Region oder mit Fleisch vom Bio-Bauernhof aus der unmittelbaren Umgebung». Ein Nachtessen «mag ein 4- bis 7-Gänge-Menü beinhalten», alles hausgemacht und aus biodynamischem Anbau. Die Getränke reichen laut Seite «vom soliden bis zum edlen Bio-Wein über vielfältige Biersorten bis hin zu feinen, mundenden Fruchtsäften aller Art». Menü und Getränke werden mit dem Paar beim ersten oder zweiten Gespräch im Detail vereinbart.
Zum Abschluss bleibt die Gesellschaft gern im Haus. «Gerade bei kleineren Anlässen sind Nächtigungen vor Ort sehr beliebt», schreibt das Hotel, und es empfiehlt kleineren Gruppen, die Zimmer gleich mitzubuchen, damit der Abend entspannt ausklingen kann. Für das Brautpaar erwähnt die Seite ein Himmelbett aus der Renaissance. Das Haus beschreibt sein Ambiente als «authentische und feierliche Schlossambiente des Anwesens in Nidfurn» und schreibt, der Turm sei als Hochzeitsort «bei Menschen aus aller Welt beliebt», und auch «aus anderen Kantonen finden immer wieder Paare zum edlen Turmbau». Die Hochzeitsgesellschaft kommt also oft von ausserhalb des Glarnerlands, und die Übernachtung im Turm gehört für viele zum Fest.
Die Belege von der Website
Lage: Nidfurn, Kanton Glarus. Anreise laut Website: «Von den grossen Metropolen wie Zürich, St. Gallen, Chur oder Vaduz sind die Anreisenden in bloss einer Stunde in der Ortschaft Nidfurn.» Mit welchem Verkehrsmittel, sagt die Seite nicht.
Gästezahl: Festlichkeiten bis rund 40 Personen, eingehende Essen für rund 20 Personen, Apéro riche für rund 20 bis 40 Personen.
Zeremonie: Kapelle des Anwesens, Renaissance-Gang oder Garten. Der Garten und das Innere des Hauses bieten sich laut Seite «für Trauungen jeglicher Grösse an».
Kosten: Grundpauschale der Gemeinden für die standesamtliche Trauung Fr. 150, alles Weitere nach Absprache: «Die genaue Höhe der Kosten wird mit dem Brautpaar individuell besprochen.»
Küche: hausgemacht und biodynamisch, Häppchen mit Gemüse, regionalem Käse oder Fleisch vom Bio-Bauernhof, Nachtessen mit 4 bis 7 Gängen, Bio-Weine, Biere und Fruchtsäfte.
Übernachtung: «Das Haus bietet 11 historische Betten an.» Die Badezimmer beschreibt die Seite als «atemberaubende, grosse Badezimmer», gehalten im Stil der Belle Epoque «in verschiedenen, dezenten Farbtönen aus der Zeit».
Öffnung: das ganze Jahr.
Kontakt: +41 55 644 11 49, info@landvogthaus.ch.
Was die Website offenlässt
Die Hochzeitsseite nennt keine Preise für Apéro, Menü, Getränke oder Zimmer und keine Pauschale des Hauses. Eine Saalmiete oder Mindestkonsumation erwähnt sie nicht.
Die Räume im Innern stellt die Seite nicht einzeln mit Namen und Grösse vor, ausser der Kapelle und dem Renaissance-Gang. Die Website hat dafür eine eigene Seite zu den Speiseräumen.
Ob externe Fotografen, Floristen, Musiker oder ein DJ mitgebracht werden können und bis wann gefeiert werden darf, steht nicht auf der Seite. Auch die Anreise mit öffentlichem Verkehr nach Nidfurn und Parkplätze beschreibt sie nicht. Zur Barrierefreiheit des Turms sagt sie nichts, was bei einem Bau aus dem späten Mittelalter eine Frage für das Erstgespräch ist.
Für welches Paar das Landvogthaus passt
Das Landvogthaus passt zu einem Paar, das im kleinen Kreis heiraten will, mit bis zu rund 20 Gästen am Tisch oder bis rund 40 beim Apéro riche, und dem alte Mauern, eine eigene Kapelle und ein grosser Garten wichtiger sind als ein Festsaal. Wer Wert auf biodynamische, hausgemachte Küche legt und die Nacht mit der Familie im Turm verbringen will, findet hier Gastgeber, die das ganze Fest selbst begleiten.
Weniger passend ist es für eine grosse Hochzeit mit Tanzfest und weit über 40 Gästen, denn diese Grösse nennt die Seite als obere Grenze. Wer die kleine Form sucht, bekommt einen Ort, der das ganze Jahr offen ist und laut Website aus Zürich, St. Gallen, Chur und Vaduz in einer Stunde erreicht wird.