KoBold Manufaktur

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Die Manufaktur und ihr Handwerk

KoBold Manufaktur ist eine kleine Letterpress-Manufaktur an der Else-Züblin-Strasse 21 in Winterthur, eingetragen als KoBold Manufaktur KLG. Neben einem Shop mit Karten, Artprints und Postkarten gestaltet und druckt sie individuelle Projekte, und eine eigene Seite widmet sich der Hochzeitspapeterie: der Save-the-Date-Karte, der Einladung, den Tischkarten und den Dankeskarten. Letterpress beschreibt die Website als die heutige Kunst des Buchdrucks. Das Verfahren entstand schon im 15. Jahrhundert, damals mit Bleilettern, die das Papier nur leicht berühren durften. Heute sorgt laut Website eine feste Prägung im Papier "für ein unverwechselbares haptisches Erlebnis", das man nicht nur sieht, sondern auch fühlt. Die Manufaktur fasst ihren Ansatz so zusammen: "Bei der KoBold Manufaktur verbinden wir Tradition, Design und Handwerk, um handgefertigte Druckwerke zu schaffen."

Das Herzstück sind die Tellertiegel. "Mittlerweile besitzen wir drei dieser Buchdruckpressen", schreibt die Manufaktur, und erzählt offen, dass sie beim ersten Tiegel zunächst kaum wusste, wie man ihn bedient. "Mit der Unterstützung zweier pensionierter, leidenschaftlicher Drucker haben wir die Technik Schritt für Schritt erlernt." In den Kundenstimmen auf der Hochzeitsseite tauchen immer wieder zwei Namen auf, Milena und Dani, die dort als Grafiker und Hersteller der Karten beschrieben werden.

Wie eine Hochzeitspapeterie entsteht

Der Ton der Hochzeitsseite ist locker. Sie gratuliert zuerst dazu, die richtige Partnerin oder den richtigen Partner gefunden zu haben, und verspricht dann, dass man mit der Manufaktur Eindruck macht, um in einer Fussnote nachzuschieben, dass das eigentlich viel mehr am Letterpress liege als an ihr. Die Hochzeitsseite beschreibt die Zusammenarbeit in 4 Schritten. Im ersten Schritt, Kennenlernen, erzählt das Paar vom Anlass und von seinen Ideen, und die Manufaktur zeigt, wie sich daraus Papierprodukte entwickeln lassen, die zum Paar passen. Im zweiten Schritt, Designprozess, entsteht aus den Vorgaben ein erster Entwurf. Er dient als Ansicht und ist die Grundlage für die weitere Arbeit, und erst wenn alles stimmig ist, beginnt die handwerkliche Umsetzung.

Im dritten Schritt, Druckprozess, werden Papier und Druckplatten vorbereitet, Farben gemischt und die Presse eingerichtet. Dann wird laut Website gedruckt, "Farbe für Farbe, Stück für Stück", in reiner Handarbeit. Im vierten Schritt, Ergebnis, übernimmt die Manufaktur das Falten, Rillen und Konfektionieren. Die fertigen Drucksachen bekommt das Paar persönlich oder per Post. Ein Satz ist für Paare mit eigener Gestaltung wichtig: "Falls ihr eure Gestaltung schon habt, können wir den Designprozess auch überspringen." Wer also schon einen Entwurf von einer befreundeten Grafikerin hat, kann ihn in Winterthur im Letterpress drucken lassen.

Für wen sich das lohnt, sagt die Seite selbst. Letterpress eigne sich besonders für Paare, "die ihrer Hochzeitseinladung eine persönliche, hochwertige und spürbare Note geben möchten". Und weiter: "Wenn ihr Wert auf Papier, Haptik und Handwerk legt, wirkt eure Einladung schon beim ersten Kontakt, noch bevor ein Wort gelesen wird." Die Manufaktur verspricht, das Paar vom ersten Entwurf bis zum fertigen Druck zu begleiten, in einem stimmigen, fühlbaren Stil von der Save-the-Date-Karte bis zur Dankeskarte.

Papier, Farbe und Druckplatten

Zum Papier schreibt die Manufaktur: "Für unsere Letterpresskarten verwenden wir hochwertiges Baumwollpapier mit hohem Flächengewicht." So lasse sich das Motiv optimal prägen, und die matten Naturpapiere harmonieren laut Website mit dem Prägeeffekt.

Bei den Farben setzt die Manufaktur anders als beim Offsetdruck auf klassische Buchdruckfarben, "die wir nach dem Pantone-System individuell mischen". Jede Farbe wird per Hand angerührt, und die Website hält fest: "kleine Abweichungen im Ton sind dabei ein Zeichen echter Handarbeit und Individualität". Da jede Farbe einen eigenen Druckdurchgang erfordert, wird eine mehrfarbige Einladung in mehreren Durchgängen gedruckt.

Die Druckplatten, auch Klischees genannt, werden aus Magnesium nach den digitalen Designs extern hergestellt. Inzwischen belichtet die Manufaktur auch eigene Photopolymerplatten direkt vor Ort. Für jede Farbe entsteht eine eigene Platte, die einzeln in die Presse eingespannt wird. Am Ende, so die Website, trägt jede Karte "die Spuren ihrer Entstehung in sich, fühlbar und einzigartig".

Preise, Shop und Kundenstimmen

Für individuelle Hochzeitspapeterie nennt die Website keine Preise, der Weg führt über die Schaltflächen Papeterie anfragen und Gespräch vereinbaren. Im Shop dagegen stehen feste Preise: Die meisten Letterpress-Karten kosten CHF 8.00, die Karten der Art Edition CHF 10.00, die Tier-Postkarten CHF 2.50. Einige Karten sind reduziert, darunter eine Karte mit dem Titel Just married, die im Sale CHF 3.00 statt CHF 8.00 kostet. Für eine kleine Glückwunschkarte an ein befreundetes Paar ist der Shop also eine direkte Möglichkeit, für die eigene Einladung braucht es ein individuelles Projekt.

Drei Kundenstimmen stehen auf der Hochzeitsseite. Dominique und Robin schreiben, Milena und Dani hätten ihre Hochzeitseinladungen "mit unglaublich viel Liebe zum Detail und echter Handwerkskunst gestaltet". Lisa und Lukas nennen die Zusammenarbeit geprägt von "Kompetenz, Freundlichkeit und gemütliche Lässigkeit". Bäbs und Ernst beschreiben ihr Ergebnis als "edel in der Aufmachung, toll in der Gestaltung und findig in der Wortwahl".

Die Manufaktur ist laut Kontaktseite unter 078 738 50 50 und mail@kobold-manufaktur.ch erreichbar und schreibt: "in der Regel melden wir uns innerhalb von 48 Stunden". Man kann auch persönlich in Winterthur vorbeischauen, und die Events-Seite listet zahlreiche Märkte und Messen, an denen die Manufaktur ihre Arbeiten zeigt, etwa die HPM Buch- und Druckkunst-Messe in Frauenfeld oder Blickfang Zürich im Kongresshaus. Wer Letterpress selbst ausprobieren will, findet im Shop zudem Workshops.

Was die Website offenlässt

Die Website nennt keine Preise für individuelle Hochzeitspapeterie, auch keine Richtwerte oder Spannen. Ebenso fehlt eine Angabe zur Dauer eines Projekts vom Kennenlernen bis zur Lieferung und zu einer empfohlenen Vorlaufzeit vor der Hochzeit. Welche Auflagen die Manufaktur für Hochzeiten übernimmt und wie viele Farben ein Entwurf sinnvollerweise haben sollte, steht nicht auf den Seiten. Auch zu Couverts, zu weiteren Veredelungen oder zur Frage, ob Gäste die Karten direkt zugeschickt bekommen, sagt die Hochzeitsseite nichts.

Für welches Paar KoBold Manufaktur passt

KoBold Manufaktur passt zu Paaren, die ihre Einladung fühlbar machen wollen und Wert auf Baumwollpapier, von Hand gemischte Farben und echte Handarbeit legen. Die Manufaktur begleitet von der ersten Idee bis zur gefalteten Karte, druckt aber auch einen fertigen Entwurf. Für Paare aus der Region Winterthur und Zürich ist ein Besuch vor Ort unkompliziert, und die vielen Märkte in der ganzen Deutschschweiz bieten eine Gelegenheit, die Karten vorher in die Hand zu nehmen.

Weniger passend ist das Angebot für ein Paar, das sehr kurzfristig bestellen muss oder vor dem ersten Gespräch einen Preis sehen will. Wer aber Zeit für ein Kennenlernen einplant, bekommt eine Papeterie, die auf drei Tiegeln Farbe für Farbe entsteht, und Kundenstimmen, die genau diese Sorgfalt hervorheben.

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