Nathalavie

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Eine weltliche Zeremonienleiterin aus dem Kanton Freiburg

Nathalavie ist das Angebot von Nathalie Gobat, die sich «Célébrante laïque» nennt, also weltliche Zeremonienleiterin. Ihre Adresse ist die Route de Sainte-Apolline 23 in 1752 Villars-sur-Glâne im Kanton Freiburg. Sie leitet Hochzeiten, symbolische Unionen und Erneuerungen des Eheversprechens, dazu Feiern zur Geburt oder Adoption eines Kindes und Rituale für andere Lebensabschnitte. Die Website ist ganz französisch, und Nathalie schreibt ausdrücklich, dass sie in ihrer Muttersprache arbeitet: «Je ritualise votre Vie en Suisse ou à l'étranger tout en m'exprimant dans ma langue maternelle qui est le français.»

Ihr Hochzeitsangebot beschreibt sie so: «cérémonie de mariage, union symbolique ou renouvellement de vœux laïques pour tous les couples qui s'aiment et qui désirent s'engager sur leur chemin de vie devant témoins». Die Formulierung «pour tous les couples» ist bewusst offen gehalten. Das Motto auf der Startseite lautet: «Le cours de notre vie est une succession de passages que nous avons besoin de ritualiser…»

Der Weg zur Hochzeit führt über die Trauerbegleitung

Das Besondere an Nathalie ist ihr beruflicher Hintergrund. Auf der Seite «À propos» erzählt sie, dass sie sich seit mehr als 10 Jahren mit Lebensende, Tod und Trauer beschäftigt und darin ausgebildet hat. Seit 2018 ist sie selbständig in der Trauerbegleitung und leitet weltliche Abdankungen. Diese Arbeit führt sie auf einer eigenen Website, rituelsetdeuil.ch, weil sie die Welt der Trauer und die der Lebensfeiern bewusst nicht auf einer gemeinsamen Seite haben wollte.

Hochzeiten, gibt sie offen zu, hätten sie lange nicht interessiert. Sie habe immer gesagt, das sei für sie die Welt der «Bisounours», und angesichts ihrer eigenen Erfahrung mit der Ehe könne sie kaum objektiv sein. Dann kam 2020. In jenem Jahr erfuhr sie von einer Krebserkrankung, die sie als «un terrible choc» beschreibt, obwohl sie beruflich täglich mit Verstorbenen und Trauernden zu tun hatte. Während ihres ersten Spitalaufenthalts rief eine junge Frau an und fragte, ob sie ihre Hochzeit leiten würde; sie war von der Abdankung ihres Grossvaters berührt gewesen. Nathalie erbat sich ein paar Tage Bedenkzeit und sagte dann zu. Sie wurde operiert und behandelt und schreibt heute, sie sei geheilt.

Aus dieser Zeit hat sie eine Entscheidung mitgenommen: sie erweiterte ihr Angebot um Hochzeiten, die Begrüssung eines Kindes und die Unterstützung beim Schreiben von Texten für Geburtstage und Jubiläen. Sie beschreibt es als Gelegenheit, «afin de me réconcilier avec les engagements d'Amour». Die Seite trägt den Titel «Ne jamais dire jamais...».

Für ein Paar ist diese Geschichte mehr als eine Anekdote. Wer jahrelang Abdankungen gestaltet, weiss, wie man Menschen durch einen emotionalen Moment führt und wie man auch Abwesende würdig einbezieht. Das kann gerade dann wertvoll sein, wenn in der Familie jemand fehlt, der am Hochzeitstag vermisst wird.

Wie sie Rituale versteht

Die Startseite ist weniger ein Angebotskatalog als eine kleine Abhandlung über Rituale. Sie zitiert eine Passage aus «Les Identités meurtrières» von Amin Maalouf, der von einer Welt träumt, in der das Bedürfnis nach Spiritualität vom Bedürfnis nach Zugehörigkeit getrennt ist: «Je ne rêve pas d'un monde où la religion n'aurait plus de place, mais d'un monde où le besoin de spiritualité serait dissocié du besoin d'appartenance.» Die Passage endet mit dem Wunsch, dass jeder darin «sa langue identitaire, et certains symboles de sa culture propre» wiederfinden könne, ein Gedanke, der für Paare mit zwei Herkunftskulturen gut passt.

Darauf folgt ein Ausschnitt aus einem Artikel der Zeitung Le Temps vom 28.08.2016 mit dem Soziologen Philippe Gonzalez von der Universität Lausanne. Er unterscheidet dort Gewohnheit und Ritual: «Le rituel est une forme d'habitude, mais qui focalise l'attention». Vor einem halben Jahrhundert habe in der Schweiz das Christentum die Rituale für die grossen Lebensübergänge geliefert, heute seien sie viel individueller: «Nous sommes dans une ère où les gens se fabriquent leurs propres rituels». Schwierige Situationen wie Trauer, Krankheit oder Scheidung verlangen laut dem Artikel geradezu nach Ritualen, als natürliche Art, dem Gefühl von Chaos etwas entgegenzusetzen. Den Abschluss bildet ein Abschnitt zur Herkunft der Wörter Ritus und Ritual aus dem lateinischen ritus, was so viel wie vorgeschriebene Ordnung bedeutet.

Für ein Paar zeigt das, wie Nathalie ihre Arbeit sieht: eine weltliche Hochzeit ist für sie kein Ersatzprogramm, sondern ein Ritual, das einem Übergang eine Form gibt. Religiöse Überzeugungen schliesst dieses Verständnis nicht aus, wie das Maalouf-Zitat deutlich macht.

Die Leistungen

Die Website gliedert das Angebot in drei Bereiche. «Célébrations de mariages laïques» umfasst Hochzeit, symbolische Union und Erneuerung des Eheversprechens. «Bienvenue à la Vie» ist eine symbolische Feier zur Geburt oder zur Aufnahme eines adoptierten Kindes; im Menü heisst dieser Bereich «Baptêmes laïques». «Cap de vie» steht für andere wichtige Momente: «Chaque moment fort de notre vie peut être marqué d'une pierre blanche, ma créativité et ma plume vous accompagnent dans la réalisation de ces instants.» Auf der Seite «À propos» nennt sie als Beispiele Geburtstage, die Pensionierung und sogar eine «démariage», eine Feier zur Trennung.

Das Menü führt zudem einen Punkt «Réalisations». Kontakt läuft über Telefon (079 254 78 80), E-Mail (info@nathalavie.ch) oder das Kontaktformular. Die Einladung dazu ist schlicht: «N'hésitez pas à me contacter si vous avez des questions ou des souhaits particuliers.»

Was die Website offenlässt

Die Website nennt keine Preise, weder für Hochzeiten noch für die anderen Feiern.

Die Website beschreibt keinen Ablauf der Vorbereitung. Wie viele Gespräche es gibt, ob sie vor Ort stattfinden und wie lange eine Zeremonie dauert, steht nicht da.

Die Website nennt keine Vorlaufzeit und keine Reisekosten. Klar ist nur, dass sie in der Schweiz und im Ausland arbeitet.

Die Website nennt keine andere Zeremoniesprache als Französisch.

Für welches Paar Nathalavie passt

Nathalie passt zu französischsprachigen Paaren oder zweisprachigen Paaren mit französischsprachiger Familie, die eine weltliche Zeremonie mit Tiefe wünschen. Sie passt besonders zu Paaren, für die eine Hochzeit ein bewusster Übergang ist und die offen dafür sind, auch Schweres einen Platz zu geben, etwa die Erinnerung an einen verstorbenen Menschen. Auch Paare, die ihr Eheversprechen erneuern oder eine symbolische Union feiern, sind ausdrücklich angesprochen. Und wer später die Geburt oder Adoption eines Kindes feiern möchte, findet bei ihr mit «Bienvenue à la Vie» auch dafür eine vertraute Ansprechperson.

Wer im Ausland heiratet und eine französischsprachige Zeremonie möchte, kann sie ebenfalls anfragen. Eine kleine Einschränkung gilt für Paare aus der Deutschschweiz ohne Französischkenntnisse: die Zeremonie findet auf Französisch statt. Für alle anderen ist ihre ungewöhnliche Geschichte ein guter Grund, das Gespräch zu suchen.

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