David Dunand
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David Dunand ist Fotograf mit Sitz an der Route en Champ Didon in Neyruz im Kanton Freiburg und bezeichnet sich auf seiner Hochzeitsseite als «Photographe de mariage en Suisse romande». Hochzeiten sind eines von mehreren Standbeinen: Daneben bietet er Familien- und Paarshootings, Aufträge für Firmen, Landschaftsbilder als Wandbilder sowie Fotokurse und Fotostages an. Die Website ist durchgehend französisch.
Über sich schreibt er, er sei 34 Jahre alt und Autodidakt. Die Fotografie habe ihm sein Vater nahegebracht, der ihm den ersten Fotoapparat schenkte. Den eigentlichen Wendepunkt beschreibt er als Biwak in den Bergen im Jahr 2019, und in den letzten fünf Jahren sei die Fotografie für ihn von einer Leidenschaft zur Berufung geworden. Für ein Paar aus der Deutschschweiz heisst das: Man bucht einen Einzelfotografen aus der Romandie, dessen Website nur auf Französisch auftritt. Ob er Deutsch spricht, sagt die Website nicht.
Wie er einen Hochzeitstag begleitet
Die Hochzeitsseite erzählt den Tag in Kapiteln, und daraus lässt sich gut ablesen, wie er arbeitet. Er versteht sich als Reportagefotograf, der nicht nur das Brautpaar im Blick hat. Die Gesten und das Lächeln von Familie und Freunden seien für ihn Momente, die er genauso festhalten will wie die offizielle Zeremonie. Er zitiert, was man ihm oft sage: "Eh, mais tu as vraiment l'oeil partout! Même nous on n'avait pas fait attention à ça !" Und er fügt an: "être photographe de mariage est un métier". Sein Stil sei es, überall und nirgends zugleich zu sein und in der Menge aufzugehen, ohne dass die Gäste ihn beachten.
Der Tag beginnt mit den Vorbereitungen. Er fotografiert das Ankleiden, die Familie und die Freunde, die mithelfen, und die Details von Kleid und Anzug. Danach folgt das Paarshooting: Man fährt gemeinsam an einen Ort, an dem sich das Paar wohlfühlt oder der ihm etwas bedeutet. Er leitet dabei an, damit die Bilder natürlich wirken, und schreibt, seine Paarsessions dauerten in der Regel 1 Stunde, manchmal etwas länger. Am Anfang dieses Shootings steht der erste Blick. Wer sich lieber erst bei der Zeremonie zum ersten Mal sieht, verschiebt das Shooting, etwa vor oder nach dem Apéro. Der Zeitpunkt ist frei wählbar.
Bei der Zeremonie, ob kirchlich, frei oder zivil, bewegt er sich um das Paar herum, um verschiedene Blickwinkel zu bekommen. Er merkt an, dass eine zivile Trauung meist kurz ist und nicht alle Gäste dabei sein können. Beim Apéro fotografiert er die Anwesenden möglichst ungestellt, nimmt aber auch Wünsche von Gästen entgegen, die ein Bild mit Partner oder Familie möchten. Die Gruppenfotos macht er in der Regel während des Apéros, wenn alle am selben Ort sind.
Beim Essen isst er, wenn das Paar es erlaubt, an einem Tisch mit den Gästen, steht aber oft auf, um Reden, Spiele und die Stimmung im Saal einzufangen. Nach dem Eröffnungstanz bleibt er noch eine Weile für den Beginn des Tanzes und hört dann auf. Er begründet das mit einem Augenzwinkern: Er wolle keine kompromittierenden Bilder von Gästen machen, die den Wein sehr geschätzt haben. Wer Aufnahmen bis spät in die Nacht erwartet, sollte das also im Vorgespräch ansprechen.
Was im Hochzeitsauftrag enthalten ist
Die Website listet unter «Compris dans la prestation» sechs Punkte auf, die jede Hochzeitsbuchung umfasst.
Zuerst ein Termin bei dem Paar zu Hause. Dort bespricht er die Wünsche und plant den Tagesablauf nach den Fotos, einschliesslich eines Plans B für Regen, weil das Wetter das Einzige sei, was sich nicht planen lasse. Zweitens die Suche nach einem Ort für das Paarshooting: Entweder hat das Paar schon einen Lieblingsort, oder er sucht einen nach seinen Kriterien, am See, in den Bergen oder im Wald. Drittens die Präsenz am Hochzeitstag, die er mit dem Satz "Je serai votre ombre !" umschreibt. Viertens Auswahl und Retusche: Er sortiert, wählt die besten Bilder aus und bearbeitet sie als zusammenhängende Serie. Alle Bilder seien retuschiert und bereit zum Drucken oder Einrahmen.
Fünftens ein privates Album auf seiner Website, geschützt mit einem Passwort, das das Paar an Familie und Freunde weitergeben kann. Ob Besucher Bilder oder das ganze Album herunterladen dürfen, entscheidet das Paar; standardmässig ist der Download deaktiviert und die Bilder sind nur ansehbar. Sechstens die Übergabe: Alle Bilder kommen per Mail mit einem Downloadlink in hoher Auflösung.
Preise und Abrechnung
Für Hochzeiten publiziert die Website keinen Betrag. Sie erklärt stattdessen das Modell: "Pour mes tarifs, je fonctionne à l'heure." Es gebe keine Überraschungen und keine Stunde, die das Paar nicht brauche, alles sei personalisierbar. Für eine konkrete Zahl stellt man eine Offertanfrage über den Knopf «Demander un devis».
Für seine anderen Shootings nennt die Website Fixpreise, die eine Grössenordnung geben. Ein Familienshooting dauert 1 Stunde bis 1h30, je nach Motivation der Kinder, umfasst 35 retuschierte Bilder und kostet 340 CHF. Ein Paarshooting ausserhalb der Hochzeit dauert 1 Stunde, bringt 30 retuschierte Bilder und kostet 300 CHF. Ein Einzelshooting kostet 260 CHF für 1 Stunde und 25 Bilder. Für diese Shootings gilt: Die ersten 15 Kilometer bis zum Ort sind offeriert, danach verrechnet er ab Neyruz 80ct/km. Bezahlt wird am Tag des Shootings mit Twint, bar oder per Banküberweisung. Eine erste, schnell retuschierte Auswahl kommt 1 bis 2 Wochen später, aus der man die im Preis enthaltenen Bilder wählt; weitere gibt es gegen einen kleinen Aufpreis. Danach gehören die Bilder den Kunden, eine Namensnennung in den sozialen Medien sei willkommen. Ob diese Regeln für Anfahrt, Zahlung und Lieferfrist auch bei Hochzeiten gelten, schreibt die Website nicht ausdrücklich.
Ausserdem vermietet er laut Übersichtsseite einen Photomaton, eine Fotobox für Anlässe, mit der die Gäste ein Sofortbild mit nach Hause nehmen.
Was die Website offenlässt
Die Hochzeitsseite nennt keinen Stundensatz und keine Pakete. Wie viele Bilder ein Paar nach einer Hochzeit ungefähr erhält und wie lange die Bearbeitung einer ganzen Hochzeit dauert, steht nicht dort. Auch zum Einzugsgebiet für Hochzeiten schweigt sie: Die Kilometerregel ist nur auf der Shootingseite angegeben. Video, Drohnenaufnahmen oder ein zweiter Fotograf werden nirgends angeboten. Ob die Fotobox mit einer Hochzeitsreportage kombiniert werden kann und was sie kostet, steht ebenfalls nicht auf den Seiten. Und wie erwähnt fehlt ein Hinweis auf Deutschkenntnisse.
Für wen er passt
David Dunand passt zu Paaren, die in der Romandie oder im Kanton Freiburg heiraten und eine unaufdringliche Reportage wollen, die die Gäste so ernst nimmt wie das Paar. Das Hausgespräch vorab, der Regenplan und die Ortssuche für das Paarshooting zeigen, dass er den Tag mitdenkt. Das Stundenmodell ist praktisch für kleinere Feiern oder für Paare, die nur die Trauung und den Apéro abgedeckt haben möchten. Die veröffentlichten Shootingpreise geben dabei eine ehrliche Orientierung, auch wenn sie für eine Hochzeit nicht gelten.
Weniger passend ist er für Paare, die Bilder bis zur letzten Party-Stunde wünschen, denn er beendet seine Arbeit nach dem Tanzbeginn, oder für Paare, die eine Reportage auf Deutsch brauchen und das nicht vorab klären möchten. Wer beides mitbringt, einen Termin in der Westschweiz und Französischkenntnisse, bekommt einen engagierten Fotografen mit einem klar beschriebenen Ablauf.